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Sehr geehrte zukünftige Norwegenbesucher, man merke sich: Am Sonntag
ist in Norwegen mehr als tote Hose - nämlich total tote Hose! Von Voss aus wollten wir eigentlich
zum Eidsfjord, aber einzige Verbindung an einem Sonntag: am späten
Nachmittag! Aber was sollten wir den ganzen Tag in Voss machen? Eine
Alternative musste her. Utne tönt doch auch nicht schlecht. Am
Hardangerfjord gelegen, das älteste Hotel Norwegens und gemäss
Reiseführer eine Fabrik, welche zu einem Hotel umgebaut worden ist und
sehr speziell sein solle. Da wollten wir nächtigen. Also ab in den Bus nach
Kvanndal dann mit der Fähre rüber nach Utne. Aber wo ist das
Fabrikhotel? Unsere Tramperrucksäcke auch nicht gerade leicht... Mit
einer Mischung von Norwegisch, Englisch, Deutsch und viel, viel Hand
erklärt uns dann ein Fährenmensch, dass das gewünschte Hotel ca. 5 km
nach rechts sei und, Sonntag sei Dank kein Bus dahin
führe...! Toll, zum Glück gibts auch in Utne ein Heimatmuseum. Damit
wir nicht für nix hierher gekommen sind, begeben wir uns dahin. Echt
schmuck. Mit Hilfe einer Angestellten finden wir auf dem Fahrplan ein
Schnellboot, welches ca. 16.00 Uhr nach Norheimsund fährt.
Utne ist schnell erzäht: Ausspannen (wie es vermutlich alle anderen
Norweger auch an einem Sonntag machen) oder man könnte auch sagen, die
Zeit totschlagen im Heimatmuseum, was essen, die Fähren beobachten und
warten bis
das Schnellboot fährt.
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Teure Angelegenheit (des Schnellbootes wegen) und in Norheimsund
angekommen ist natürlich auch alles zu. Wo um alles in der Welt sollten wir
da übernachten. Mittlere Reisekrise. Ich will ins Hotel, da es vor der
Nase ist, meine Kollegin findet, wir sollten eine Alternative suchen. Auf einem Prospekt steht,
dass 1 km von Norheimsund weg ein Camping ist... Also dann, mit viel
Murren und Knurren auf den Weg, aber wohin? Vermutlich da durch. Die
Möglichkeit via Telefon abzuchecken, ob es da ein Zimmer für uns hat,
wird nach einigem Hin und Her aufgegeben mangelnder Sprachkenntnisse
wegen (später stellt sich das als richtig heraus, die Campinginhaber
sprechen kaum
Englisch, na ja und wir halt auch nicht Norwegisch). Zum Glück gibt es
Tankstellen, die sogar in Norwegen auch am Sonntag bedient sind. So wird
unsere Richtung
bestätigt. Die 1 km sind allerdings lange norwegische, v.a. mit unserem
Gepäck. Endlich beim Camping angekommen, ist wirklich ein Zimmer
frei und
zwar ein ganz hübsches, frisch renoviertes (zum Glück, sonst wüsste ich nicht ob es
meiner Kollegin wohl bekommen wäre). Wir verleihen hiermit das
Zertifikat: Hübschester Camping Norwegens!
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So sind wir mehr oder minder per Zufall in die Nähe des
Steinsdalsfossen gekommen, der einzige Wasserfall Norwegens hinter dem
man durchgehen kann. Also nix wie hin und es sei vorausgesagt: Es lohnt
sich! Meinen obligatorischen Kartenkauf (überall, wo ich hin komme kauf
ich welche), konnte ich allerdings nicht mehr tätigen, da der Kiosk
bereits geschlossen hatte. Trotzdem Prädikat "uhschön"!
Mit Hilfe des reizenden Campingbesitzers, viel Mimik und Gestik
haben wir einen Weg gefunden um nach Dale zu kommen. Meine Kollegin
musste unbedingt dort hin, zwecks Norwegerjacken-, -kappen-,
-handschuh-, -pullikauf! Na ja, was sein muss, muss wohl sein! Zuerst
mit dem Bus nach Trengereidal (Jahre gebraucht um diesen Namen auswendig
zu lernen), dann irgendwie zum Bahnhof kommen um dort den Zug nach Dale
zu erwischen. Trengereidal erwischen um auszusteigen ist ja schon
schwierig genug, aber der Bahnhof, wo ist denn der? Wir sind da sicher
150 Meter über dem Fjord und da unten sehn wir die Bahnlinie.
Glücklicherweise haben wir genug Zeit und ebenfalls glücklicherweise
müssen wir den Weg nicht nach oben gehen... *gg*. Unten angekommen
schwatzen wir mit ein paar Feuerwehrmännern, die sichtlich überrascht
sind uns hier zu sehen (nebenbei an einem Bahnhof, wo pro Tag vielleicht
4 Züge halten). Mangelnde Norwegischkenntnisse führen dazu, dass wir
das Schild am Bahnhof nicht verstehen können, somit beim Bahnhofgebäude und nicht vor dem Tunnel (ca. 250 Meter weiter
vorn) warten. Der Zug fährt aber dorthin. Man und auch frau renne...
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Dale ist ein Kaff sondergleichen. Inmitten grüner Berge, die einen
fast erdrücken, einzige Sehenswürdigkeit: ein Elektrizitätswerk,
welches sich allerdings wirklich lohnt. Führung in Deutsch und sehr
aufschlussreich. Der Fabrikverkauf lohnt sich weniger, da die Preise
gleich, wie in den andern Läden sind. Wäre die Fabrik offen gewesen,
hätte sich da vermutlich eine Führung gelohnt.
Noch ein Wort zu unserer Unterkunft: Dale hat genau eine
Unterkunftsmöglichkeit, welche sich über einem Kaffee, welches sich
seinerseits über einem Pub befindet. Wir mieten nicht nur ein Zimmer,
nein, eine ganze Wohnung mit allem Drum und Dran! Bad, Zimmer, grosses
Wohnzimmer und Küche. Wir hatten es am Nachmittag allerdings versäumt
Esswaren einzukaufen. Kaffee schon geschlossen, also nix wie ins Pub.
Essen ist da allerdings nicht üblich. Genau drei Fertigpizzen und ein
Feritgsalat. Besser als nix oder? En Guata! Am Abend war dann im Pub,
das konnten wir alles in unserer Wohnung genau hören, der Männerclub
"anwesend". Sie beglückten uns mit gängigen Kinderliedern
wie "Hey Pippi Langstrumpf" u.ä. - war lustig!
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